Haben wir in der Stadt Zürich ein Problem mit den Verkehrsschildern? Ja, es gibt zu viele davon! Zu viele Tempo-30 Schilder und für Gewerbler, die ausliefern müssen, zu viele Halteverbotsschilder. In Teilen der Stadt erhebt sich ein wahrer Schilderwald. Die Verkehrsschilder erfüllen indes ihren Zweck: Sie regeln den Verkehr in der Stadt und sorgen für Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Dies genügt der SP der Stadt Zürich offenbar nicht mehr. Mit einem Vorstoss im Gemeinderat will die Partei die Verkehrsignalisation der Stadt «geschlechtergerecht und diversitätsbewusst» machen. Die SP schlägt vor, eine ältere Frau mit Stock, eine Schwangere oder ein lesbisches Paar auf den Hinweisschildern darzustellen, anstatt den «Mann mit Hut». Die Begründung dazu lautet, dass die ständig wiederkehrende Darstellung des «Mannes mit Hut» Geschlechterstereotypen zementiere und suggeriere, dass der öffentliche Raum vor allem den Männern gehöre. Gaht’s no? Ich finde, diese Idee hätte «rostigen Paragraphen» verdient!

Ich halte den Vorschlag für absurd, unnötig und falsch. Erstens unnötig, weil die Verkehrsschilder ihren Zweck erfüllen. Eine Änderung ist nicht angezeigt. Neue Verkehrsschilder zu kreieren, wäre unverantwortlich. Denn wir würden für etwas Unnötiges Steuergeld ausgeben. Zweitens wäre es auch falsch, Verkehrsschilder divers und gendergerecht zu gestalten, denn diese müssen klar und einfach sein. Die Verkehrsteilnehmer müssen sie in wenigen Sekunden erfassen können, auch in der Nacht, bei Regen oder Schneefall. Verkehrsschilder ganz unterschiedlich zu gestalten, macht den Verkehr unsicher. Denn sie wären nicht mehr einfach lesbar. Geradezu absurd ist die Begründung, dass mit gendergerechten Verkehrsschildern die Sichtbarkeit von Frauen im öffentlichen Raum erhöht werde. Äxgüsi. Wir alle bewegen uns im öffentlichen Raum: Frauen, Schwangere, lesbische Paare, schwule Paare, ältere Frauen und Männer an Stöcken, Frauen und Männer mit Kinderwagen, Junge und Ältere auf E-Trottinetten, Junge und Ältere auf Velos, usw. Und natürlich auch Männer. Wir alle sind im öffentlichen Raum sichtbar. Nicht erst ein Verkehrsschild bringt uns in den öffentlichen Raum. Vielmehr hantiert die Linke einmal mehr identitätspolitisch. Sie teilt die Gesellschaft in viele kleine Gruppen ein. Wollen wir das? Auf keinen Fall! Darum ist die Forderung nach geschlechtergerechten, diversen Verkehrsschildern ebenso abzulehnen wie der Genderstern in der Sprache. Beides spaltet die Gesellschaft, weil Unterschiede hervorgehoben, Unterschiede gepflegt werden. Wir brauchen keine Spaltung der Gesellschaft, sondern mehr vom Verbindenden, mehr vom Gemeinsamen. Nur so funktionieren wir als Gesellschaft, wo sich jeder nach seinen Möglichkeiten entfalten kann.